Nachrichten-Sucht, unsere gute Freundin Milz und süßer Regen
Meine Themen heute für Sie: Anmerkungen zur Nachrichten-Demenz | Stolpern bringt uns weiter | Vom Nutzen einer starken Milz | Heilsame Schönheit: Bäume tun uns gut | Hinhören statt reden | Der Segen eines Sommerregens | Viel Vergnügen beim Lesen!
Dieser Newsletter ist zu 100 Prozent frei von KI. Was Sie hier lesen, ist auf meinem Mist gewachsen. Und bekanntlich wachsen auf dem Mist die schönsten Rosen.
Eine Bitte: Wenn Sie jemanden kennen, den das, was ich hier erzähle, interessiert, leiten Sie ihm diesen Newsletter weiter. Dankeschön!
Wolfgang Halder, Odysseus Kinesiologie & Coaching
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„Man muß doch informiert sein!“ |
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Eine der großen Krankheiten unserer Zeit ist die Nachrichten-Sucht. Für mich gehört sie zu den schlimmsten Übeln, da sie von vielen gar nicht als Übel wahrgenommen wird, sondern sogar als Tugend gepriesen wird.
Die Parole dieser vermeintlichen Tugend lautet „Man muß doch informiert sein“. Es gibt nicht wenige Menschen, die unter „informiert sein“ verstehen, sich die „Tagesschau“ anzusehen. Freiwillig hab' ich eine „Tagesschau“ zuletzt gesehen, als Karl-Heinz Köpcke – er war von 1959-1987 das Gesicht der „Tagesschau“ – noch Sprecher war.
Daran sehen Sie, daß ich meine Nachrichten-Entgiftung schon früh begonnen habe. Warum hab’ ich das getan? Weil ich gemerkt habe, daß „Tagesschau“-Junkies – wobei Sie statt „Tagesschau“ jeden beliebigen anderen Standard-Nachrichten-Kanal einsetzen können, ganz gleich, ob Fernsehen, Radio oder Print – nicht denken! Sie plappern nur nach. Das war nichts für mich. Also hab’ ich die Droge „Nachrichten“ abgesetzt. Von heute auf morgen. Die „Entzugserscheinungen“ waren herrlich: ein freier Geist! Frei von Müll, standardisierten Meinungen und Moden.
Wozu ist es gut, zu wissen, daß es in Peru einen Erdrutsch gab oder in Pakistan eine Überschwemmung? Warum muß ich mitbekommen, daß der unfähige Politiker X eine Aussage des unfähigen Politikers Y kritisiert hat? Was habe ich davon, wenn ich weiß, daß auf den Philippinen ein Bus verunglückt ist oder in Island drei Ponies erkrankt sind?
Auf diese Fragen konnte mir in Jahrzehnten niemand eine zufriedenstellende Antwort geben. Es kommt nur die Phrase „Man muß doch informiert sein“. Wer das sagt und glaubt, der ist verloren für jede Art persönlichen Wachstums. Er ist eine taube und blinde Seele der Nachrichten-Sucht.
Nachrichten helfen uns nicht dabei, den Menschen zu verstehen, die Welt zu verstehen und das Zusammenspiel von Mensch und Welt zu verstehen. Denn Nachrichten-betrunken ist unsere Wahrnehmung ebenso vernebelt wie unser Verstand und unser Gefühl. Diesen Herz- und Hirn-Nebel nenne ich „Nachrichten-Demenz“.
Wir erblinden auf allen Ebenen, während wir zugleich glauben, voll den Durchblick zu haben, weil wir „informiert“ sind. Genau wie bei Drogensüchtigen aller Art. Die manipulativ vorsortierten Informations-Brocken, die uns verabreicht werden, simulieren Wissen und Erkenntnis und sind deshalb besonders schädlich, weil sie den Kontakt zur Wirklichkeit zerstören.
Meine Antwort auf die Forderung, ich müsse informiert sein, ist seit vielen Jahren dieselbe: „Wenn die Russen kommen, werde ich’s schon merken“. Vielleicht fahren dann die Züge wieder pünktlich ...
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Wenn von Klienten nach längerer Zeit und für mich aus heiterem Himmel ein Lebenszeichen kommt, ist das immer etwas Besonderes. Voller Neugier und Freude öffne ich die Nachricht: Was hat sich getan im Leben dieses Menschen? Wie geht’s ihm? Wie wirkt das weiter, was wir in unseren Sitzungen gemeinsam in Bewegung und Fluß gebracht haben?
Mein beim Fußball geklauter Spruch „Was zählt, ist auf dem Platz!“, den ich gern verwende, steht dann wieder auf dem Prüfstand. Ein Klient kann sich in einer Sitzung noch so euphorisch und dem Leben gewachsen fühlen, doch ob dem wirklich so ist, zeigt sich auf dem Platz, sprich: im Leben des Klienten.
Bei persönlichem Wachstum geht es darum, daß wir immer mehr der werden, der wir wirklich sind, und immer weniger der, der wir glaubten zu sein oder glaubten, sein zu müssen. Für Eltern und Kinder, für Partner, für Freunde und Kollegen, für den Rest der Welt.
Wenn’s rund läuft, verschwindet nach und nach unser falsches Selbst, das uns krank macht, und unser wahres Selbst wächst und gedeiht.
Damit bin ich bei einer Klientin, die vor zwei Jahren bei mir war und seither ihr Leben in nahezu jeder Hinsicht neu erfunden hat. In meinem Beitrag „Endlich Burnout“ können Sie ihre Geschichte nachlesen.
Hier für Sie die frohe Botschaft dieser Klientin, die sie mir kürzlich schickte, und die mir zeigt, daß sie es geschafft hat, ihr Leben schöner, reicher und lebendiger zu gestalten. Ich durfte sie bei denihren Schritten zu diesen neuen Horizonten begleiten – das ist wundervoll. Ab hier spricht Frau N.:
„Ich fühle sehr deutlich, ich bin über den Berg. Der Gipfel ist passiert. Ich sehe tatsächlich das Bild einer Wanderung. Ich kehre nach einer Krise nicht ,wieder zu mir zurück’, sondern gehe einfach genau den Weg, den ich gehe. Schritt für Schritt. Nach vorn. Und zwar zu mir nach Hause. Und ich komme mir immer näher.
Die Krisen – und das ist ein wahrlich liebliches Wort für manche Zustände – durchstolpere ich. Ja, ich stolpere. Aber jedes Stolpern weist meine Nase darauf hin, was an eben dieser Wegstrecke nun zu bewältigen ist. Was für kleine und große Wunder ich da immer wieder entdecken darf. Das nur scheinbar Paradoxe: Genau durch das Stolpern komme ich weiter.
Früher bin ich weggelaufen. Immer wieder. Heute weiß ich, daß ich mich selbst immer dabei habe; in welcher Version auch immer. In jedem Fall aber auch stets die, die ich schon immer war.“ |
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Es gibt gute Ärzte – und es gibt schlechte Ärzte. Das Gleiche gilt für Anwälte, Friseure, Automechaniker und Therapeuten aller Art. Ob sie gut oder schlecht sind, hängt im Wesentlichen nicht von der Methode ab, nach der sie arbeiten, sondern von ihrem Welt- und Menschenbild.
Eine Klientin, bei der sich in unserer Sitzung eine Milz-Schwäche gezeigt hatte, erzählte mir – recht aufgewühlt – folgende Geschichte:
„Da gehe ich jahrelang zu einem TCM-Arzt. Der bekommt mit, wie schwach mein Immunsystem ist, und ich sage ihm immer wieder, dass ich Blähungen habe. Doch es kam von ihm nie etwas zur Ernährung oder wie ich mein Immunsystem stärken kann. Und er kam nie auf die Idee, daß mein Zustand etwas mit meiner Milz zu tun haben könnte. Er hat immer nur von sich erzählt, wenn ich da gelegen habe und er die Nadeln gesteckt hat.“
Ein schlechter Akupunkteur ist ein schlechter Akupunkteur. Wenn er selbst ständig redet statt hinzuhören, was seine Klientin sagt, dann helfen alle Nadeln nichts, denn er weiß ja nicht, wofür er Nadeln setzen soll.
Damit bin ich bei der Milz. Sie wandelt Nahrung in Lebensenergie (Chi) und ist die Chi-Quelle in uns. Ist sie schwach, wie bei meiner oben genannten Klientin, zeigt sich das zum Beispiel in Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Infektanfälligkeit.
Aus Sicht der Krankenkassen-Medizin ist die Milz ein Organ, das für Erwachsene nicht lebensnotwendig ist. Wie wichtig eine gesunde Milz aus ganzheitlicher Sicht auch für Erwachsene ist, das erklärt die Wiener TCM-Expertin Katharina Ziegelbauer in ihrem ebenso kurzen wie empfehlenswerten Video (14 Minuten): die Aufgaben der Milz, die Symptome eines Milz-Chi-Mangels sowie praktische Ernährungstips.
„Leiwand“ würden die Wiener zu diesem Video sagen. Hier können Sie es sehen. |
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Heilsame Schönheit: Bäume |
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„Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein, daß man ihn sieht?“, sagte Dostojewski. So geht’s mir auch. Deshalb zeige ich Ihnen hier besonders beglückende Bäume, an denen ich vorübergegangen bin.
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Bäume stehen auf dem Kopf. Ihr Hirn sind die Wurzeln. Dort spielt die Baum-Musik. Dieser Bergahorn streckt uns also seine Füße entgegen. Um die steht's nicht gut. Nur zwei Zehen (Äste) hat er noch. Doch wie schön ist er – selbst im Sterben! Auf der Himmelmoosalm am Südhang des Brünnsteins, Mangfallgebirge |
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„Wenn die Menschen sich selbst mehr zuhörten, würden sie viel weniger reden.“ Der amerikanische Ingenieur Edward Murphy (1918-1990) Er formulierte Murphys Gesetz: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“. |
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Lesefrucht: Regen, wundervoller Regen |
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Wir sind im Hochsommer. Da ist es heiß. Als es letzten Winter kalt war und schneite, überschütteten die Medien uns wochenlang mit Horrorgeschichten und Warnungen zu Schnee und Kälte. Nun spielen sie ständig den Hitze-Blues.
Dabei lieben die Deutschen Hitze, fahren sie doch jährlich in Millionenstärke nach Spanien, Thailand oder in die Karibik, um sich ihre Dosis Hitze zu holen.
Wiewohl ich im Hochsommer geboren bin, mag ich Hitze nicht, mochte sie noch nie, deshalb fahre ich nicht in die Karibik oder nach Thailand. Meine Lieblings-Jahreszeit ist der Herbst. Bald erfreut er mich wieder ...
Zurück zum Sommer. Das Schönste am Sommer ist für mich der Regen. Deshalb liebe ich Hermann Hesses Gedicht „Regen“. Ich hab’s hier schon einmal präsentiert, doch die wirklichkeitssatte Schönheit dieses Gedichts nutzt sich nicht ab.
Ich schreibe diese Zeilen bei wolkenlosem Himmel und 32 Grad – voller Sehnsucht nach Regen. Nun hat Hermann Hesse das Wort:
Regen
Lauer Regen, Sommerregen Rauscht von Büschen, rauscht von Bäumen, Oh, wie gut und voller Segen, Einmal wieder satt zu träumen!
War so lang im Hellen draußen, Ungewohnt ist mir dies Wogen: In der eignen Seele hausen, Nirgends fremdwärts hingezogen.
Nichts begehr ich, nichts verlang ich, Summe leise Kindertöne, Und verwundert heim gelang ich In der Träume warme Schöne.
Herz, wie bist du wund gerissen Und wie selig, blind zu wühlen, Nichts zu denken, nichts zu wissen, Nur zu fühlen, nur zu fühlen! |
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In meinem Newsletter-Archiv Gedanken und Spitzen finden Sie die besten Beiträge vergangener Ausgaben.
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