Seitenblick - Der Newsletter von Odysseus Kinesiologie & Coaching

Giftiges Schweigen, Odysseus als Batman und Hitlers Leibarzt

Meine Themen heute für Sie: Unausgesprochene Überzeugungen und Erwartungen sind Gift für Beziehungen | Im Kino: die geschändete Odyssee | Heilsame Schönheit: Bäume tun uns gut | Wutbürger Goethe | Vitamine für den Führer | Viel Vergnügen beim Lesen!

Dieser Newsletter ist zu 100 Prozent frei von KI. Was Sie hier lesen, ist auf meinem Mist gewachsen. Und bekanntlich wachsen auf dem Mist die schönsten Rosen.

Eine Bitte: Wenn Sie jemanden kennen, den das, was ich hier erzähle, interessiert, leiten Sie ihm diesen Newsletter weiter. Dankeschön!

Wolfgang Halder, Odysseus Kinesiologie & Coaching

Schweigen ist Gift

Was wir über einen anderen Menschen wissen, und was wir glauben, über ihn zu wissen, das sind zwei Paar Stiefel. Vor allem in unseren Liebes-Beziehungen stolpern wir oft, wenn wir diese Stiefel miteinander verwechseln.

Was geschieht da? Unausgesprochenes kommt uns in die Quere und macht uns das Leben schwer. Dieses Unausgesprochene tritt vor allem in zwei Gestalten auf, als unausgesprochene Überzeugungen und als unausgesprochene Erwartungen. Beide sind Gift für Beziehungen – beide können wir vermeiden.

Schauen wir zunächst auf die unausgesprochenen Überzeugungen. Die entstehen, wenn wir einen anderen fest-stellen. Wir sagen: „Du bist X!“ Hat der Partner sich ein paar Mal auf eine bestimmte Weise verhalten, fixieren wir ihn darauf. Dann wird aus einem „Du hast so und so gehandelt ein „Du bist so und so“. Der Wechsel von der Charakterisierung einer Handlung zur Zuschreibung eines Seins ist ein großer Unterschied.

Haben wir diesen Sprung einmal vollzogen, hat unser Partner kaum noch eine Chance, dieser Feststellung zu entrinnen. Egal, was er sagt und tut, für uns ist es Beweis seines So-und-so-Seins. Es scheint sich immer selbst zu bestätigen, weil wir nur noch das wahrnehmen, was dazu taugt. Wir werden blind und taub für unser Gegenüber. Unser inneres Raster – so ist er/sie – bestimmt unser Urteil, nicht das Verhalten des anderen. Damit sind wir in der Sackgasse einer Beziehung.

Das zweite Thema sind die unausgesprochenen Erwartungen. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Restaurant, der Kellner will Ihre Bestellung aufnehmen – und Sie schauen ihn nur erwartungsfroh an oder schaffen es gerademal, zu sagen „Bringen Sie mir, was mir schmeckt“. Und Sie erwarten, daß der Kellner hellsehen kann und Ihre Wünsche erfüllt.

Tut er das nicht, weil er Spaghetti statt Lasagne serviert, nehmen Sie ihm das übel. „So ein Idiot! Der müßte doch sehen, daß ich Lasagne will. Der hat kein bißchen Einfühlungsvermögen. Der interessiert sich gar nicht dafür, was ich will.“

So verfahren wir oft mit unseren Partnern: Wir erwarten, daß sie alle unsere Wünsche und Bedürfnisse von sich aus erkennen – und wir sind zutiefst enttäuscht, wenn sie das nicht tun. Das liegt, so glauben wir, nur an ihnen, und wir überhäufen sie mit Vorwürfen und Forderungen.

An der Stelle treffen sich die unausgesprochenen Überzeugungen mit den unausgesprochenen Erwartungen – und fertig ist der klassische Paarstreit: „Du bist immer ... nie kannst du ... ständig machst du ...“ Jedes Paar kennt das. Für jedes Paar ist es Gift. Der Kellner kann nicht wissen, was wir wollen – der Partner auch nicht.

Und doch erwarten wir es vom Partner. Kommt es dann zum Streit, will jeder recht haben.

Dann sind wir in der tödlichen Falle, die der Psychotherapeut Nathaniel Branden (1930-2014) bestens auf den Punkt gebracht hat: „Das Tragische im Leben vieler Menschen ist, daß sie sich, vor die Wahl gestellt, ‚recht‘ zu haben oder die Chance, glücklich zu sein, für das ‚Rechthaben‘ entscheiden. Das ist dann ultimativ die Befriedigung, die sie sich gönnen“.

Was hilft, um die beiden Fallen des Unausgesprochenen zu vermeiden? Reden. Ehrlich, direkt und offen sagen, was wir uns wünschen, wessen wir bedürfen, was wir fühlen. Mehr braucht es nicht. Und doch ist das ganz viel, weil wir kaum Übung in dieser Art der Mitteilung haben. Und zugleich ist sie so einfach und so beglückend

Ein kleines Beispiel. Statt 

Sie: „Du hörst mir nicht zu!“
Er: „Doch!“

probieren Sie’s mal so:

Sie: „Ich fühle mich überfordert und allein.“
Er: „Ich fühle mich gerade so erschöpft von dem anstrengenden Tag, daß ich dir nicht wirklich zuhören kann. Und ich merke, daß dich das verletzt.“
Sie: „Ich spüre Erleichterung, denn jetzt weiß ich, was mit dir los ist.“

und schauen Sie, was dann mit ihnen beiden geschieht.

Letztlich ist es in der Paar-Kunst wie in jeder Kunst: Üben, üben, üben.

Batmans Odyssee

Der amerikanische Filmregisseur Christopher Nolan hat die „Odyssee“ geschändet. Er hat über den ersten und zugleich tiefsten und schönsten Versuch der Menschheitsgeschichte, zu erkunden, was der Mensch ist, einen riesigen Kübel Action-Jauche gegossen.

Ich greife Nolans mißratenen Film hier als Thema auf, weil Odysseus der Namensgeber meiner Praxis ist. Warum ist er das? Weil er wie kein anderer persönliches Wachstum – mein Thema – verkörpert. Und weil er der erste Mensch mit Bewußtsein ist, diesem wichtigsten Element des persönlichen Wachstums.

Zwischen den beiden großen griechischen Epen „Ilias“ und „Odyssee“ ereignete sich ein fundamentaler Sprung der Menschheitsgeschichte. Die Menschen entwickelten Bewußtsein. In der „Ilias“, der Geschichte des Trojanischen Krieges, sind die Menschen nur von Göttern gesteuerte Marionetten, sie kennen keine Moral, kein Gut und Böse, sie handeln nur auf göttliche Anweisung hin.

Und dann geschieht das Wunder: In der „Odyssee“ entscheiden die Menschen selbst und handeln aus inneren Antrieben. Herz, Seele und Geist treten an die Stelle der Götter. Entscheidungen und Handlungen kommen nun von innen.

Auf Augenhöhe mit den Göttern

Ein Beispiel: In der „Odyssee“ flunkert Odysseus die Göttin und Zeus-Tochter Athene dreist an: „Er redete nicht unverhohlen, sondern hielt das Wort zurück, der er ja immer in seiner Brust einen viellistigen Sinn bewegte.“ Das Entscheidende ereignet sich in Odysseus.

Athene durchschaut sein Spielchen und spricht zu ihm auf Augenhöhe – eine Göttin mit einem Menschen!

„Klug müßte der sein, der dich überholen wollte in allen Listen, und träte auch ein Gott dir gegenüber! Du Schlimmer, Gedankenbunter, Unersättlicher an Listen! Doch reden wir nicht mehr davon, die wir doch beide die Listen kennen!“

Athene spricht mit Odysseus von gleich zu gleich. Das wäre in der „Illias“ undenkbar, und es zeigt die neue Entwicklungsstufe der Menschheit.

Was macht Christopher Nolan mit solchen Szenen? Nichts! Gar nichts! Sie kommen nicht vor in seinem Film. Nolan kann nur Action. Für Batman, den Nolan in drei Filmen durchaus angemessen verwurstet hat, mag das reichen, für Odysseus reicht es nicht. Menschen interessieren Nolan nicht. Er braucht Comic-Figuren. Und so hat Nolan eben das zum Thema seines Films gemacht, was in der „Odyssee“ am unwichtigsten ist: die äußeren Ereignisse, die Riesen, Seeungeheuer und Hexen, die Monster und die klirrenden Waffen.

Hightech-Hochglanz-Langeweile

All diese spektakulären Geschichten in der „Odyssee“ sind nur Theaterdonner, um den Menschen in Odysseus-Art listig das „unterzujubeln“, worum es in der Geschichte wirklich geht. Nolan hat’s nicht begriffen, er serviert uns nur die Verpackung in Hightech-Hochglanz-Langeweile.

Worum geht es wirklich? Um Subjektivierung, Selbst-Bewußtwerdung, innere Dialoge, Reflexion, das Abwägen von Vergangenheit und Handlungsalternativen für die Zukunft. All das sind neue Möglichkeiten des Menschseins. Kurzum: Es geht um den inneren Raum des Menschen, der neu ist in der Geschichte der Menschheit, und dessen Verkörperung Odysseus ist.

Nolan hat in seinem Film viele zentrale Szenen, die zur Essenz der „Odyssee“ gehören, weggelassen. Zwei greife ich auf. 

Als einziger Mensch, dem das je gestattet wurde, steigt Odysseus in die Unterwelt hinab, ins Reich der Toten. Doch im Film kommen die Toten massenhaft nach oben und schleichen in „Walking-Dead“-Manier zombiehaft umher, und auch die Gefährten des Odysseus sehen sie.

Odysseus’ Zusammentreffen mit seiner Mutter in der Unterwelt, eine der ergreifendsten Szenen der „Odyssee“, läßt Nolan einfach weg. Da fließt kein Blut, wütet kein Monster, werden keine Köpfe abgehackt. Ist also langweilig für einen Hollywood-Mann. Es geht ja nur um Mutterliebe, Mutterschmerz und Muttersorge um den verschollenen Sohn Odysseus, die so groß wurden, daß sie die Mutter umgebracht haben. 

Folgendermaßen erklärt die Mutter ihrem Sohn, warum sie früh gestorben ist: Keine Krankheit hat mich befallen, wie sie mit böser Abzehrung zumeist die Lebenskraft aus den Gliedern nimmt, sondern die Sehnsucht nach dir und deinen klugen Gedanken, strahlender Odysseus, und deiner Sanftmut hat mir den honigsüßen Lebensmut geraubt“.

„Sanftmütig“ nennt Antikleia ihren Sohn. Diese Charakterisierung ist so ziemlich die letzte, die einem nach Nolans Film zu Odysseus in den Sinn kommt. Weil dieser Film Odysseus in jeder Hinsicht verstümmelt, verzerrt, vergewaltigt.

Heimat statt Unsterblichkeit

Odysseus ist keine Comic-Figur wie Batman, sondern einer der reichhaltigsten Charaktere der Menschheitsgeschichte. Doch Nolan hat nur einen Hammer als Werkzeug, also wird ihm jede Filmfigur zum Nagel, auf den er möglichst kräftig draufschlägt.

Die zweite, von Nolan ignorierte zentrale Szene, auf die ich eingehen möchte, ist das Angebot der Nymphe und Meeresgöttin Kalypso, Odysseus Unsterblichkeit, ewige Jugend und ein Leben im Luxus zu bescheren, wenn er bei ihr bleibt.

Doch Odysseus lehnt ab. Er schlägt die Unsterblichkeit und die ewigen Freuden mit einer strahlend schönen Göttin in den Wind, denn er hat nur einen Wunsch: Er will heim zu seiner Frau Penelope und seinem Sohn Telemachos. Dafür ist er bereit, alle Leiden der Welt auf sich zu nehmen: „Ich will und begehre alle Tage, nach Hause zu kommen. Und wollte mich auch einer der Götter abermals zerschmettern auf dem Meere: dulden will ich es!“

Man kann sich Nolans „Odyssee“ einfach nur als Actionfilm ansehen. Dann spielt es keine Rolle, daß der Spartanerkönig Menelaos wie ein Schläger aus einem billigen Gangsterfilm redet und der Kyklop Polyphem aussieht, als sei er eine schlecht gelaunte Version eines Minions.

Mir ist dieser Blick verwehrt, denn dafür liebe ich die Odyssee und Odysseus zu sehr. Mein Herz blutet bei dem Seelen-Gemetzel, das Christopher Nolan angerichtet hat.

Nebenbei sei noch erwähnt, daß die deutsche Synchronisierung miserabel ist und viele Namen falsch betont werden. So wird Odysseus’ Sohn „Telemáchos“ genannt, doch er heißt „Telémachos“, „Teirésias“ wird zu „Teiresías“, „Atreus zu „Atre-us“. Schlimm …

Die „Odyssee“ ist eine Reise zum Selbst und zur Identität. Für mich ist sie die bedeutendste Geschichte der Menschheit. Es geht um die wichtigste Reise, die ein Mensch unternehmen kann.

Mein Wunsch an Sie: Lesen Sie die „Odyssee“ selbst – frei von Hollywood-Tumbheiten. Am besten in der Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt (zum Buch).

Heilsame Schönheit: Bäume

„Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein, daß man ihn sieht?“, sagte Dostojewski. So geht’s mir auch. Deshalb zeige ich Ihnen hier besonders beglückende Bäume, an denen ich vorübergegangen bin. 

Bergahorn

Alleen sind Menschenwerk. Bäume wachsen nicht in regelmäßigen Abständen in Reihen. Diese Eichen-Allee wurde zwischen 1870-1880 gepflanzt und erfreut uns Menschen mit Schatten und Symmetrie. Spaziert man hier im Herbst eines Mastjahres, prasseln einem ständig Eicheln auf den Kopf. Mit Kindern ist das ein Heidenspaß.
Kottmüller-Allee in Murnau

Gedanken-Pfeil

„Dich betrügt der Staatsmann, der Pfaffe, der Lehrer der Sitten,
Und dies Kleeblatt, wie tief betest du, Pöbel, es an.
Leider läßt sich noch kaum was Rechtes denken und sagen,
Das nicht grimmig den Staat, Götter und Sitten verletzt.”
Goethe, Venezianische Epigramme, 1790

Lesefrucht: Vitamine für den Führer

Ob Vitamine, Mineralstoffe oder Probiotika – Nahrungsergänzungsmittel sind ein Milliardenmarkt, und dieser Markt wächst stetig weiter. Ein Pionier in Sachen Vitamine & Co. war der deutsche Arzt Theodor Morell (1886-1948). Von 1936 bis 1945 war er der Leibarzt Adolf Hitlers, und er nutzte diese Stellung munter für seine eigenen Geschäfte.

Meine heutige Lesefrucht entnehme ich Norman Ohlers Buch Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich“. Ohler legt dar, daß viele der führenden Gestalten des Dritten Reichs, allen voran Hitler, drogensüchtig waren und spätestens ab Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 im Rausch und unter Realitätsverlust agierten. 

Der „Blitzkrieg“ wäre ohne Crystal Meth nicht möglich gewesen, das in riesigen Mengen unter dem Markennamen „Pervitin“ im Dritten Reich produziert und konsumiert wurde. Hitlers Soldaten wurden mittels dieser schweren Droge kurzfristig „kriegstüchtig“ gemacht. In der Spätphase des Krieges wurde vermehrt Mercks Oxycodon-haltiges Opioid „Eukodal“ genutzt, um die sich häufenden Niederlagen ertragbar zu machen.

Hitler wurde von Dr. Morell täglich mit Spritzen, Pillen und Pulvern am Funktionieren gehalten. Darunter viele von Morell selbst entwickelte und in seinen Labors produzierte Vitamin- und Nährstoff-Cocktails. Wie raffiniert Morell seinen engen Kontakt zu Hitler für sein Marketing nutzte, lesen Sie unten.

Ich präsentiere Ihnen das, weil das zugrundeliegende Muster auch heute noch greift. Was früher der Führer war, sind heute Musiker X, Schauspieler Y und Influencer Z. Wenn der das nimmt, muß es gut sein, auch für mich, sind wir geneigt zu denken. Doch das ist Unsinn. Persönliches Wachstum braucht keine Führer und keine Prominenten, die uns manipulativ suggerieren, was gut für uns ist.

Ab hier hat Norman Ohler das Wort: „Im Rausch des gewonnenen Frankreich-Feldzugs von 1940 machte sich Dr. Morell an die Herstellung und europaweite Vermarktung eines Kombinationspräparates namens ,Vitamultin’. Seine Verkaufsstrategie war so simpel wie bestechend: Er mußte nur den größten Feldherrn aller Zeiten, seinen Patienten, dazu bewegen, auf sein Produkt zu schwören, dann würden alle anderen sicherlich folgen.

Um den Anreiz für Hitler zu steigern, ließ Morell sogenannte Nobel-Vitamultine anfertigen. Sie waren nur für eine einzige Person bestimmt, in glänzendes Goldpapier gewickelt und mit dem Stempel SF – Sonderanfertigung Führer – versehen. Weniger glamourös als die Verpackung präsentierte sich der Inhalt, handelte es sich doch um Hagebuttenpulver, getrocknete Zitrone, Hefeextrakt, Magermilch und raffinierten Zucker.

Obwohl Hitler keinen Vitaminmangel kannte, da er sich von kaum etwas anderem als Obst, Gemüse und Salaten ernährte, sprang er auf die Täfelchen an. Schaden konnten zusätzliche Vitamine schließlich nie. Bald verzehrte er mehrere der güldenen Gaben pro Tag, und Morell wies die nahe der Reichskanzlei gelegene Engel-Apotheke, eine Art Hofapotheke, mit Dringlichkeit an, ,stets ein Lager von ca. 500-1000 Vitamultin-F zu unterhalten. ... Lückenloser Vorrat muß sicher gestellt sein’.

Die Rezeptur hielt er streng unter Verschluß und wies den Apotheker an, das exklusive Produkt nur ihm persönlich oder Hitlers Diener auszuhändigen.

Nun folgte der zweite Schritt in Morells Marketingstrategie. Für die Spitzen der Wehrmacht und wichtige Mitarbeiter des Stabes stellte der ausgefuchste Leibarzt eine zwar nicht in Gold-, dafür aber in Silberpapier eingewickelte, mit dem Prägestempel SRK versehene Sonderanfertigung Reichskanzlei her.

Bald rissen sich die hohen Offiziere um die leidlich schmeckenden Süßigkeiten, und sie wurden bei den Lagebesprechungen ostentativ verspeist. Zufrieden schrieb Morell aus dem Führerhauptquartier an seine Frau: ,Das Vitamultin bewährt sich hier bestens. Alle Herren sprechen sich anerkennend aus und empfehlen es in ihren Familien’.

Dieser Erfolg legte den Grundstock für groß angelegte Deals mit den Massenorganisationen des Dritten Reichs. Seinen Einfluß als Leibarzt schamlos ausnutzend, gewann Morell die Deutsche Arbeitsfront (DAF) für mehrere Vitamultin-Aktionen. Insgesamt nahm die DAF beinahe eine halbe Milliarde Vitamultin ab. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit der Rüstungsarbeiter zu steigern, ihre Widerstandskraft gegen Infektionskrankheiten zu erhöhen.

Auch an die SS pirschte der Doktor sich heran. Bei einer persönlichen Unterredung mit SS-Chef Himmler warb Morell für einen Vitamultin-Einsatz. Die SS bestellt viele Hundert Millionen Stück. Das Produkt erhielt sogar ein eigenes Branding und wurde mit dem Label SS Vitamultin versehen.“

Newsletter-Archiv

In meinem Newsletter-Archiv Gedanken und Spitzen finden Sie die besten Beiträge vergangener Ausgaben.

Newsletter-Anmeldung

Ihnen wurde dieser Newsletter weitergeleitet? Und da er Ihnen gefallen hat, möchten Sie ihn regelmäßig lesen? Dann melden Sie sich kostenlos und unverbindlich an  und erhalten Sie jeden zweiten Sonntag Geschichten aus Kinesiologie und Coaching.