Liebesschätze, kluges Schweigen und Ärzte
Meine Themen heute für Sie: Der Reset-Knopf für Liebe | Was tun bei einem Machtkampf? Schweigen und bewegen! | Wenn Therapie nur das Vokabular erweitert | Heilsame Schönheit: Bäume tun uns gut | Unsere größten Ereignisse | Kann man Ärzten trauen? | Viel Vergnügen beim Lesen!
Dieser Newsletter ist zu 100 Prozent frei von KI. Was Sie hier lesen, ist auf meinem Mist gewachsen. Und bekanntlich wachsen auf dem Mist die schönsten Rosen.
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Wolfgang Halder, Odysseus Kinesiologie & Coaching
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Das Schatzkästlein der Liebe |
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Liebe ist – mit Luft, Wasser und Nahrung – unser wichtigstes Lebensmittel. Doch wir verwenden meist mehr Zeit auf die Auswahl unserer Urlaubsziele oder auf unsere Digital-Nachrichten aller Art als auf die Pflege unserer Liebesfähigkeit. Und das heißt vor allem: den Umgang mit unserem Partner.
In den haben wir uns mal verliebt. Und nach dieser ersten Phase haben wir begonnen, ihn zu lieben. Doch dann verblaßt das immer mehr. Die Streits werden häufiger, die Mißverständnisse geben sich die Klinke in die Hand, der einst geliebte Mensch wird mehr und mehr zum Gegner.
Wenn eine Beziehung sich mit Vollgas Richtung Abgrund entwickelt, sollten wir eine Reset-Taste haben. Die baut uns allerdings kein Ingenieur oder Programmierer – die müssen wir selbst erstellen. Und das ist ganz einfach. Hier die Anleitung für Sie, wie Sie sich ein Schatzkästlein der Liebe herstellen können, mit dem Sie im Notfall Ihre Liebe retten können:
Schreiben Sie einen Brief an Ihren Partner. Darin halten Sie möglichst detailliert fest, was Sie an ihm mögen, was Sie an ihm bewundern und schätzen, wodurch er Ihnen guttut, womit er Sie erheitert oder erfreut. Kurzum: Schreiben Sie alles auf, wodurch der Mann oder die Frau Ihrer Wahl Sie sich lebendig fühlen läßt. Das ist das Zeichen der Liebe.
Stecken Sie den Brief in ein Kuvert, schreiben Sie den Namen Ihres Partners darauf – und geben Sie Ihrem Partner diesen Brief nicht. Deponieren Sie ihn stattdessen an einem sicheren Ort. Ein kleines Kästchen bietet sich als Aufbewahrungsort an – Ihr Schatzkästlein der Liebe.
Am einfachsten geht dieses Briefschreiben in der ersten Verliebtheitsphase. Doch auch wenn die schon vorbei ist, funktioniert das Schatzkästlein. Schreiben Sie Ihren Brief am besten nach einer beglückenden gemeinsamen Unternehmung.
Wenn dann die Dissonanzen in Ihrer Beziehung häufiger werden und die Krise kommt – und sie kommt irgendwann in jeder Liebesbeziehung –, dann geben Sie sich gegenseitig Ihre Briefe.
Beim Lesen werden Sie merken, daß die Briefe wie ein Eisbrecher wirken, der im gefrorenen Liebesmeer Ihrer Beziehung wieder Fahrschneisen zueinander eröffnet. Sie erkennen am anderen wieder den Menschen, in den Sie sich einst verliebt haben. Sie werden weich, offen, mitfühlend, sanftmütig. Dank ihrem Schatzkästlein. |
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Wer leise spricht, wird oft nicht gehört – ganz egal, was er sagt. Wer laut spricht, wird wahrgenommen – ebenfalls egal, was er sagt. Die leise Sprechenden sind meist Frauen, die Lauten meist Männer. Ausnahmen gibt es immer.
Doch nicht nur die Lautstärke spielt eine wichtige Rolle, auch die Art und Weise, wie wir sprechen, und der Raum, in dem wir uns befinden, sind wichtig. Das gilt besonders bei Konflikten.
Frauen kommunizieren in der Regel anders als Männer, nämlich horizontal statt vertikal. Die vertikale Kommunikation der Männer betont Rang und Revier. Was gesagt wird ist nicht so wichtig – entscheidend ist, wer etwas sagt, also wo diese Person in der Rang-Ordnung steht. Der Ranghöchste hat aufgrund seiner Position quasi das Recht, Unsinn zu reden bzw. gar nicht zu reden.
In der horizontalen Kommunikation, die vornehmlich von Frauen gepflegt wird, liegt der Schwerpunkt auf dem Inhalt und Sinn des Gesagten; zudem soll ein Gefühl der Zugehörigkeit für alle Beteiligten erzeugt werden.
Treffen diese unterschiedlichen Kommunikationstile im Berufsleben aufeinander, knirscht es, und zwar gewaltig. Meist zum Nachteil der Horizontalen.
Warum ist der vertikale Stil häufig wirkungsvoller? Weil er nicht auf komplizierte und anstrengende Argumentation setzt, sondern auf kraftvolle, fast schon primitive Einfachheit. Eine zentrale Rolle spielen dabei Raum und Bewegung. Frauen verlassen sich fast ausschließlich auf Worte, reduzieren sich dadurch selbst zu Talking Heads und reden sich so oft um Kopf und Kragen.
Der Unternehmensberater und Coach Peter Modler hat ein Arroganz-Training speziell für Frauen entwickelt, in dem der ihnen zeigt, wie sie Arroganz gezielt als Werkzeug einsetzen können, um sich besser durchzusetzen. In seinem Buch „Das Arroganz-Prinzip. So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf“ hat er seine Erkenntnisse zusammengefaßt.
Modlers Empfehlungen für ein Gespräch, das eskaliert und zum Machtkampf wird und in dem ein horizontal Kommunizierender normalerweise verzweifelt und vergeblich nach guten Argumenten und klugen Worten sucht, lauten folgendermaßen:
„Wenn Ihnen ein Geistesblitz nicht zur Verfügung steht – Ihr Körper ist immer ihr Verbündeter! Vertrauen Sie auf ihn – er weiß oft besser als Ihr Kopf, was zu tun ist. Einfache körperlich-räumliche Bewegungen sind Medizin gegen Panikverkrampfungen.“
Peter Modler rät, daß wir bei einem Machtkonflikt den Raum nutzen, denn der ist immer da. Werden wir verbal angegriffen, dann sollten wir immer zuerst etwas mit unserem Körper im Raum tun. Modler gibt folgende Empfehlungen:
- Setzen Sie sich in Ihren Stuhl, als wäre es ein Thron und Sie ein König.
- Betrachen Sie Ihr Gegenüber mit distanziertem Interesse (Was ist das hier – ein Insekt?).
- Lächeln Sie überlegen, auf keinen Fall nett, und sagen Sie erst einmal nichts.
- Wichtig: Halten Sie das Schweigen aus, es nutzt Ihnen mehr, als Sie glauben.
- Dann alles langsam tun. Je schneller Sie sich bewegen und/oder reden, umso unsouveräner wirken Sie. Jede Bewegung, mit der Sie langsam reagieren, verschafft Ihnen Zeit, in der Sie sich eine Antwort überlegen können.
- Tun Sie in aller Ruhe etwas Belangloses im Raum: Öffnen Sie ein Fenster, greifen Sie demonstrativ langsam ein Mineralwasser und gießen es sich ganz langsam ein oder Ähnliches.
- Stehen Sie auf, gehen Sie in Zeitlupe um den Tisch herum, bleiben Sie vor der Person stehen, die Sie angegriffen hat. Sagen Sie bedächtig wenige Worte (wenn überhaupt).
- Oder schweigen Sie. Sagen Sie nichts. Kein Wort. Kaum etwas ist so wirksam, wie bei einem Konflikt sein Gegenüber anzusehen und ihm ein offensives Schweigen entgegenzuhalten, bei dem die Emotion trotzdem deutlich wird. Aggressive Wortlosigkeit kann vernichtend sein.
Probieren Sie Modlers Empfehlungen bei nächster Gelegenheit mal aus – mit kindlicher Neugier und kühler Ethnologen-Haltung. Und staunen Sie, was geschieht – und wieviel Freude es macht, den Körper und den Raum einzusetzen.
Und zugleich sollten Sie bedenken: Diese Empfehlungen sind eine Art Notwehr. Sie sind gewissermaßen das Richtige im Falschen. Wenn Sie in Ihrem Arbeitsalltag ständig Situationen ausgesetzt sind, in denen es um Machtspielchen geht und in denen Sie nur mit solchen Strategien überleben können, wird Sie das über kurz oder lang krank machen. Als kurzfristige Notwehr sind die Tips tauglich – langfristig aber gefährlich. |
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Der Schlüssel: Körper und Energie |
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Ein Klient erzählt mir von einem einschneidenden Erlebnis. Ich frage ihn: „Wie war das für Sie?“ Und dann kommt als Antwort nichts, was mit dem Erleben, den Wahrnehmungen und den Gefühlen des Klienten zu tun hat. Stattdessen bekomme ich einen kleinen Vortrag zu hören.
Der Klient redet von seinen „Glaubenssätzen“ und „Triggern“, er spricht von seinen „Ressourcen“ und seiner schwach ausgebildeten „Resilienz“, und er klärt mich über „Krankheitsgewinn“ und „Somatisierung“ auf. Da weiß ich: Der Klient hat Erfahrung mit Psychotherapie und kann mit den dort gelernten Begriffen jonglieren.
Auf Nachfrage erfahre ich, daß er oder sie ein Jahr Therapie XY gemacht hat oder zwei Jahre Therapie YZ. Wenn ich nachhake: „Was hat sich für Sie dadurch gebessert?“, lautet die Antwort fast immer: „Nichts“.
Das erlebe ich öfter. Dann schlägt die Stunde der Kinesiologie. Denn die braucht so ein Vokabular nicht. Wir arbeiten mit dem Körper und dem Energiefluß. Die beiden „wissen“ was los ist, und zeigen, was zu tun ist.
Wenn mir später ein Klient sagt: „Ich weiß zwar nicht, was Sie gemacht haben, aber es hat geholfen“, dann verneige ich mich dankbar vor den Erfindern dieser wundervollen Methode. |
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Heilsame Schönheit: Bäume |
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„Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein, daß man ihn sieht?“, sagte Dostojewski. So geht’s mir auch. Deshalb zeige ich Ihnen hier besonders beglückende Bäume, an denen ich vorübergegangen bin.
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Wie ein großer Leuchter steht diese Esche überm Tal. So stell ich mir die Weltenesche Yggdrasil vor, die in der germanischen Mythologie Himmel, Erde und Unterwelt miteinander verbindet. Zudem ist diese Esche schlicht wunderschön. Bei der Längau-Alm, Mangfall-Gebirge, Oberbayern |
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„Die größten Ereignisse – das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.“ (Friedrich Nietzsche, 1844-1900) |
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Lesefrucht: Können Patienten Ärzten vertrauen? |
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Vor gut zwanzig Jahren, ich war Anfang vierzig, plagte mich ein Stechen im rechten Fuß. Immer nachts, kaum daß ich eingeschlafen war, hatte ich das Gefühl, jemand ramme mir eine Nadel in die Außenseite meines rechten Fußes. An Schlaf war nicht zu denken. Also auf zum Arzt.
Erste Station: Hausarzt. Er ist ratlos. Diagnose: keine. Hilfe: keine. Überweisung zum Orthopäden. Weitere Geräte. Kein Ergebnis. Überweisung zum Neurologen. Schicke Praxis, noch mehr Geräte – und: kein Ergebnis. Überweisung zum Radiologen für eine Computertomographie. Der Radiologe sagt mir kurz und bündig: „Wenn ich mir ihre Aufnahme ansehe, müßten Sie starke Schmerzen im Lendenwirbelbereich haben. Da sollten Sie unbedingt was tun!“
Ich habe nichts getan, denn ich hatte die Schmerzen, die ich laut CT hätte haben sollen, nicht. Ich hatte sie noch nie – und hab’ sie bis heute nicht. Keiner der Ärzte mit all ihren Gerätschaften hat die Ursache meiner Beschwerden gefunden. Geholfen hat mir dann – in nur einer Behandlung – ein Osteopath.
Was der Radiologe geboten hat, ist ein schönes Beispiel für Überdiagnostik.
Zu den Themen Überdiagnostik und Übermedikation präsentiere ich Ihnen heute bedenkenswerte Erkenntnisse von Gerd Gigerenzer. Der Psychologe und ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung befaßt sich in seinem Buch „Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ unter anderem damit. Hier für Sie ein Auszug aus dem Kapitel „Können Patienten Ärzten trauen“, der sich mit dem Thema Mammografie befaßt:
„Übermedikation und Überdiagnostik sind zu einträglichen Geschäften geworden. Das führt zu einem Verlust an Qualität und einer Zunahme der Kosten im Gesundheitssystem.
Überdiagnostik: Durch Tests wird ein medizinischer Zustand festgestellt, der sich sonst zu Lebzeiten des Patienten nicht bemerkbar gemacht hätte.
Übermedikation: Ein medizinischer Zustand wird behandelt, der sich sonst zu Lebzeiten des Patienten nicht bemerkbar gemacht hätte.
Unterziehen sich die Ärzte selbst den Tests, die sie ihren Patienten empfehlen? Ich habe einmal einen Vortrag vor einer Gruppe von sechzig Ärzten gehalten. Wir kamen auf die Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung zu sprechen, an der etwa 75 Prozent der amerikanischen Frauen über fünfzig regelmäßig teilnehmen.
Eine Gynäkologin meinte, nach der Mammografie einer Patientin sei sie es, die Ärztin, die beruhigt sei. ,Ich fürchte mich davor, einer Frau ein Mammogramm nicht zu empfehlen, die vielleicht später mit Brustkrebs wiederkommt und mich fragt ,Warum haben Sie kein Mammogramm machen lassen’. Deshalb empfehle ich allen meinen Patientinnen das Mammografie-Screening. Dennoch glaube ich, es sollte nicht empfohlen werden. Aber ich habe keine Wahl. Dieses medizinische System ist irgendwie perfide, und das beunruhigt mich.’
Ein Kollege fragte sie, ob sie zur Mammografie gehe. ,Nein’, sagte sie. Der Veranstalter stellte dann allen sechzig Ärzten die gleiche Frage (bei Männern ,Würden Sie zur Mammografie gehen, wenn Sie eine Frau wären?’). Das Ergebnis war höchst aufschlußreich: Nicht eine einzige Ärztin nahm an der Mammografie teil, und kein Arzt sagte, er würde es tun, wenn er eine Frau wäre.
Also, was tun Sie, wenn Ihre Mutter krank ist uns Sie wissen möchten, was Ihr Arzt wirklich denkt? Hier ist eine hilfreiche Regel:
Fragen Sie Ihren Arzt nicht, was er empfiehlt, sondern fragen Sie ihn, was er täte, wenn es seine Mutter wäre.
Nach meiner Erfahrung ändert sich der Rat von Ärzten, wenn ich sie nach der eigenen Mutter und den eigenen Verwandten frage. Die Frage verändert ihren Standpunkt; die eigene Mutter würde nicht klagen.
Doch nicht alle Patienten sehen ein, daß ihr Arzt unter äußerem Druck steht und daß sie daher die Verantwortung für ihre Behandlung selbst übernehmen müssen.“ |
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In meinem Newsletter-Archiv Gedanken und Spitzen finden Sie die besten Beiträge vergangener Ausgaben.
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