Glücks-Bremse, kluge Wut und Zauberhände
Meine Themen heute für Sie: Stehen Sie auf der Glücks-Bremse? | Wut ist unser bester Freund | Wie trifft man eine gute Entscheidung? | Heilsame Schönheit: Bäume tun uns gut | Denken tut so manchem weh | Kinesiologie als Lebensretter: eine ergreifende Geschichte | Viel Vergnügen beim Lesen!
Dieser Newsletter ist zu 100 Prozent frei von KI. Was Sie hier lesen, ist auf meinem Mist gewachsen. Und bekanntlich wachsen auf dem Mist die schönsten Rosen.
Eine Bitte: Wenn Sie jemanden kennen, den das, was ich hier erzähle, interessiert, leiten Sie ihm diesen Newsletter weiter. Dankeschön!
Wolfgang Halder, Odysseus Kinesiologie & Coaching
|
|
|
|
Der folgende Beitrag ist vom Sommer 2024. Ich veröffentliche ihn heute nochmal, da mir in den letzten Wochen viele Klienten dieses Thema immer wieder neu servierten: Nur nicht hoffen, nur keine Vorfreude, dann kann man nicht enttäuscht werden, dann tut es nicht weh. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Und zwar deshalb:
Was ist der Sinn des Lebens? Die schönste Antwort auf diese Frage stammt von dem französischen Schriftsteller Stendahl: „Leben ist der Versuch, glücklich zu werden“.
Doch Freude und Glück sind gefährlich. Denn wenn wir uns zu viel freuen und uns das Glück zu intensiv ausmalen, können wir enttäuscht werden. Und diesen Schmerz der Enttäuschung wollen wir vermeiden. Also bremsen wir uns. Nur nicht zu viel freuen! Nur kein großes Glück herbeisehnen! Denn wenn das erhoffte Glück nicht eintritt, stürzen wir zu tief ab, leiden wir zu viel.
Diesem Muster folgen viele Menschen, gerade beim Thema Kinderwunsch. Das erlebe ich fast täglich in meiner Praxis.
Wenn viele Transfers gescheitert sind und die Klientin immer noch nicht schwanger ist, fährt sie aus emotionalem Selbstschutz ihre Vorfreude und Erwartung herunter. Nur nicht freuen! Nur nicht hoffen, daß es diesmal klappt, sonst tut es zu weh, wenn es wieder nichts wird.
Das ist verständlich. Und zugleich ist es eine Beschneidung der eigenen Glücks- Möglichkeiten – nicht nur beim Kinderwunsch. Denn Glück und Leid sind wie eine kommunizierende Röhre: Wenn wir den Pegel auf der Leidensseite senken, sinkt er auch auf der Freuden- und Glücksseite.
Nehmen wir eine Skala von -10 bis +10. Die -10 ist die absolute Verzweiflung, die +10 das höchste Glück. Wenn Sie noch nie bei -9,9 waren, also schon die Pistole an der Schläfe und den Finger am Abzug hatten, sind Ihnen auch die Ekstasen und Wonnen eines +9,9-Zustands fremd.
Wenn Sie auf die Leid-Bremse treten, damit es nicht schlimmer als -2 oder -3 wird, treten Sie, ob Sie wollen oder nicht, zugleich auf Ihre Glücks-Bremse. Dann krebsen Sie hinfort auch bei Glück und Lebensfreude bei mickrigen Werten von +2 oder +3 herum, denn Sie haben Ihre Lebendigkeit und Glücksfähigkeit beschnitten.
Das war’s dann mit dem Versuch, glücklich zu werden. Sie leben nur noch so dahin ... |
|
Es vergeht keine Woche, in der mir nicht mindestens ein Klient Wut als wahren Grund dessen offenbart, was ihn umtreibt, quält und zu mir führt.
Zögernd schaut sie meist um die Ecke, die Wut, sehr zögernd, denn sie ist nicht gesellschaftsfähig. Wütend darf man nicht sein. Wütend soll man nicht sein. Wut muß ignoriert werden, muß weggesperrt werden. Zivilisierte Menschen sind nicht wütend. Nur Primitivlinge sind wütend. Also werden die zivilisierten Menschen krank, unzufrieden und verlieren ihre Lebensfreude.
„Ich hätte sie am liebsten totgeschlagen“. Diesen Satz konnte eine Klientin kaum aussprechen, als wir ihrem Zustand auf den Grund gingen. Sie erschrak, als sie dieses Ungeheuerliche aus ihrem eigenen Mund vernahm. Dabei ist es schlicht die Wahrheit. Es ging um eine rücksichtslose, grob verletzende Machtdemonstrationen einer Vorgesetzten.
Ein friedlicher, freundlicher, durch und durch umgänglicher Mensch will einen anderen totschlagen? Was ist da los?
Der ungarisch-stämmige kanadische Arzt und Autor Gabor Maté bezeichnet Wut als eines der „Sieben Prinzipien der Heilung“. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen – persönlich wie in meiner Arbeit mit Klienten. Nicht erlaubte, nicht gelebte, nicht erlebte Wut macht vielen Menschen das Leben schwer und ruft zahlreiche Krankheits-Symptome hervor, bis hin zum Krebs.
Wut ist das beste Beispiel für das, was Aristoteles „Metriopatheia“ nannte, die „Mäßigung der Leidenschaften“. Ziel ist – kinesiologisch gesprochen – eine Balance, also das richtige Maß und die richtige Art.
Wut wegzuschieben, zu ignorieren macht uns anfällig für Krankheiten. „Wenn die Wut entwaffnet wird, wird auch das Immunsystem entwaffnet“, schreibt Maté. Internalisierte Wut führt zu chronischen und Autoimmun-Krankheiten.
Das andere Extrem, Wut blind auszuleben, ja auszutoben, macht uns zum Berserker und Gewalttäter, wir schaden uns und anderen. Es geht um die heilende Kraft gesunder Wut.
Durch die Kunst der Wut-Balance nutzen wir Wut als eine Kraft- und Energiequelle ersten Ranges. Wie geht das? Indem wir Beobachter unserer selbst werden. Wir nehmen den physiologischen Prozeß wahr, das Aufsteigen der Wutenergie in der Brust, das Ansammeln im Kopf, der sich anfühlt, als berste er gleich, den Drang, sich heftig zu bewegen.
Zugleich vergegenwärtigt sich der Denker in uns, daß die Kraftwoge, die uns gerade durchläuft, ihre Ursache darin hat, daß die Person, mit der wir es gerade zu tun haben, aggressiv eine Grenze überschritten hat. Wir machen uns bewußt, daß es gut und gesund ist, diese Grenzverletzung wahrzunehmen und wohlüberlegt zu reagieren. Der Gedanke „Ich möchte sie am liebsten totschlagen“ und die damit verbundenen Emotionen sind vollkommen legitim und angemessen. Die Handlung wäre es nicht.
Die Wut-Balance schenkt uns Freiheit, denn sie macht die „blinde Wut“ sehend. Die Wut-Kunst zu erlernen geht nicht von heute auf morgen. Mit Hilfe anderer – Partner, Freunde, Therapeuten, Coaches – geht es einfacher und schneller.
Belohnt werden wir mit Lebenskraft, Lebensfreude und Gesundheit. |
|
Wie treffen wir gute Entscheidungen? |
|
Ich liebe die Anekdote über den amerikanischen Professor, der das Grundlagenwerk zum Thema „rationale Entscheidungsfindung“ verfaßt hat. Als er vor der Entscheidung stand, ob er einen Ruf an die Harvard-Universität annehmen sollte, tat er sich schwer. Ein Kollege riet ihm, er solle einfach seine eigene hochgelobte Theorie auf sein Problem anwenden. Darauf der Professor: „Ach, hören Sie auf, hier geht es um etwas Ernstes!“
Das sagt viel über den Wissenschaftsbetrieb, der vor allem Betrieb ist und mit Wissenschaft oft wenig zu tun hat.
Was ist wichtig, um eine gute Entscheidung zu treffen? Unabhängig von der Methode, mit der man die Entscheidung trifft, geht es mir um den Rahmen, innerhalb dessen wir eine Entscheidung treffen. Da gibt uns die Neurowissenschaft wertvolle Hinweise: Der Blutfluß im Frontallappen, der zuständig für Rationalität ist, ist in Ruhephasen am höchsten, nicht dann, wenn wir angestrengt über ein Thema nachdenken.
Ärzte sind stolz darauf, nach einer anstrengenden Nachtschicht gleich in den OP zu gehen und dort loszulegen, das hab’ ich im Zivildienst oft erlebt. Und ich habe erlebt, wie ein zitternder Arzt von den Krankenschwestern in den Arm genommen wurde und diese ihm beruhigend zuredeten, bevor er in den OP ging. Er spürte, daß er nicht fähig war zu operieren, doch er hatte nicht den Mut, sich dem Patienten-feindlichen ärztlichen Stärke-Ritual zu entziehen.
Ein Experiment der Stanford-Universität mit Ärzten nach einer Nachtschicht ergab folgendes Ergebnis: Diejenigen, die sich vor dem Test vierzig Minuten ausruhten, schnitten viel besser ab als die, die gleich weiterarbeiteten. Zum Beispiel beim Einführen eines Katheters in virtuelle Patienten. Nichtstun hat die Qualität der Arbeit verbessert.
Dieses Ergebnis überrascht mich nicht. Vielmehr überrascht mich, daß intelligente Menschen für so eine Erkenntnis erst eine Studie brauchen …
Ich könnte noch viele Beispiele und Studien anführen, die letztlich mit viel Aufwand und Kosten uraltes Weisheitswissen bestätigen, zu dem die Menschen auch ohne „wissenschaftliche“ Studien gekommen sind.
Wenn Sie angestrengt und gestresst über eine wichtige Entscheidung nachdenken, die Pros und Kontras ständig hin und her wälzen, schnell noch was googeln oder eine KI befragen, ist das die beste Voraussetzung dafür, eine schlechte Entscheidung zu treffen.
Was sollten Sie stattdessen tun? Schlafen, ausruhen, faulenzen, sich bewegen. All das steigert die Faktoren, die es für eine gute Entscheidung braucht: Intelligenz, Empathie und Kreativität. Die gute Entscheidung wächst, wenn Sie nicht an ihr zerren und reißen, sie nicht erzwingen wollen.
Ich nehme wichtige Entscheidungen mit auf Wanderungen oder Bergtouren. Ich denke dabei nicht über das anstehende Thema nach, sondern hab’ es gewissermaßen einfach im Rucksack mit dabei. Und wenn ich den dann aufmache für die Brotzeit am Gipfel oder zwischendurch, um etwas zu trinken, dann ist irgendwann die Entscheidung einfach da. Sie lächelt mich an und sagt: „Hallo, hier bin ich. Danke, daß ich zwangslos entstehen durfte. Nun weißt du, was du zu tun hast“. |
|
Heilsame Schönheit: Bäume |
|
„Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein, daß man ihn sieht?“, sagte Dostojewski. So geht’s mir auch. Deshalb zeige ich Ihnen hier besonders beglückende Bäume, an denen ich vorübergegangen bin.
|
|
Schwer verletzt reckt dieser Apfelbaum sich der Frühlingssonne entgegen. Ob er Kraft genug hat, Früchte zu tragen? Das Blühen läßt er sich nicht nehmen. Im Hintergrund das Kaisergebirge. Gießenbachtal bei Kiefersfelden |
|
„Die meisten Menschen würden lieber sterben, als zu denken – und viele von ihnen tun das auch.“ Bertrand Russell (Philosoph und Mathematiker, 1872-1970)
Anmerkung: Das ist der tiefere Grund für den Erfolg der KI ... |
|
Lesefrucht: Zauberhände und Energie |
|
Kinesiologie ist in der Essenz eine Methode, unsere Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Sie sind die Quelle unserer Gesundheit. Das Grundprinzip der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gilt auch für die Kinesiologie: „Wo Schmerz, da kein Chi. Wo Chi, da kein Schmerz.“ Wobei „Schmerz“ nicht nur körperlichen Schmerz im engeren Sinne meint, sondern metaphorisch jede Beeinträchtigung, jeden blockierenden Engpaß, jede Einschränkung unserer Lebendigkeit, ganz gleich, ob körperlich, emotional oder geistig.
Man könnte Kinesiologie auch als „Energiemedizin“ bezeichnen, denn sie arbeitet mit der Energie (Chi), die in jedem Lebewesen wirkt und die jedes Lebewesen braucht, um gesund zu sein.
Von der Amerikanerin Donna Eden, einer Pionierin auf dem Gebiet der Energiemedizin, gibt es eine Geschichte, die zeigt, wozu Energie-Aktivierung in der Lage ist. Die unten beschriebenen energetischen Interventionen gehören zum kleinen Einmaleins der Kinesiologie.
Ich bin bei jedem Lesen dieser außergewöhnlichen Begebenheit immer wieder aufs neue zutiefst ergriffen. Heute beschenke ich Sie damit (zitiert nach Dr. Lissa Rankins Buch „Sacred Medicine – A Doctor’s Quest to Unravel the Mysteries of Healing“):
„Als Donna Eden in Mexiko war, erlebte sie einen schrecklichen Verkehrsunfall. Eine junge Frau war von einem Bus überfahren worden. Mit seinen Hinterrädern stand er auf ihrem Becken und dem Ende ihrer Oberschenkel. Donna war die erste, die zu Hilfe kam – ihre Werkzeuge waren ihre Hände und ihr energiemedizinisches Wissen und Können. Während sie sich um das Mädchen kümmerte, riefen andere Passanten die Rettungssanitäter.
Donna fand ein ohnmächtiges Mädchen vor, dessen Lebenskraft im Begriff war, sie zu verlassen. Die Aura des Mädchens war völlig zusammengebrochen, und Donna konnte sehen, wie die Energie aus den Füßen des Mädchen abfloß.
Da die Situation so ernst war, fokussierte Donna sich darauf, das Mädchen am Leben zu halten, bis die Sanitäter da waren. An ihrer rechten Seite sitzend begann Donna damit, Punkte des Dreifachen-Erwärmer-Meridians zu halten, um dadurch die Energie des Mädchens zu stabilisieren und den Schock zu mildern.
Einem Jungen, der dabei stand, signalisierte sie, er solle helfen, und zeigte ihm, wie er die Energie-Punkte auf der linken Körperseite des Mädchens halten sollte. Beide zusammen hielten wortwörtlich die zerbrechliche Lebensenergie des Mädchens in ihren Händen. Der Schock begann abzuklingen.
Donna fühlte einen Energieschub unter ihren Händen, als kehrte die Lebenskraft des Mädchens zurück. Dann berührte Donna neurovaskuläre Punkte am Mädchen und zeigte dem Jungen, wie er die Endpunkte des Herzmeridians halten sollte, um das Herz-Kreislauf-System so gut wie möglich zu unterstützen.
Mittlerweile waren die Sanitäter eingetroffen, und nun ging es darum, den Bus vom Körper des Mädchens zu fahren. Donna spürte intuitiv, daß der Bus rückwärts vom Körper des Mädchen fahren sollte. Sie nahm eine weitere energetische Intervention vor, damit das Mädchen das Rollen des großen Busses auf ihrem Körper verkraften konnte.
Als Donna energetisch mit dem Mädchen Kontakt aufnahm, öffnete es kurz die Augen. Donna nahm das als Zeichen, daß das Mädchen bereit war. Der Busfahrer ließ den Bus langsam nach hinten rollen, während Donna Punkte auf der Stirn des Mädchens berührte. Dann eilten die Sanitäter mit der Trage herbei und brachten das Mädchen ins Krankenhaus.
Nachdem der Busfahrer Donna umarmt hatte, begann sie zu weinen und hielt ihre eigenen neurovaskulären Punkte, um sich zu beruhigen.
Am nächsten Morgen ging Donna ins Krankenhaus, um zu sehen, wie es dem Mädchen ging. Der Arzt, der von der blonden Gringa am Unfallort gehört hatte, sagte auf Englisch zu ihr: ,Sie halfen Maria bei dem Unfall. Etwas Wundervolles hat sich ereignet. Irgendwie ist Marias Blut geronnen, so daß die inneren Blutungen aufhörten. Das hat ihr sehr wahrscheinlich das Leben gerettet. Hat das mit dem zu tun, was sie gemacht haben? Was genau war das?’
Donna sagte, ,ich habe das gemacht’, und legte ihre Finger auf die Stirn des Arztes. Sie hatte noch nie erlebt, daß Wertschätzung und Anerkennung sich so schnell in völlig verwirrtes Erstaunen verwandelten.“ |
|
In meinem Newsletter-Archiv Gedanken und Spitzen finden Sie die besten Beiträge vergangener Ausgaben.
|
|
Ihnen wurde dieser Newsletter weitergeleitet? Und da er Ihnen gefallen hat, möchten Sie ihn regelmäßig lesen? Dann melden Sie sich kostenlos und unverbindlich an und erhalten Sie jeden zweiten Sonntag Geschichten aus Kinesiologie und Coaching.
|
|
|
|
|