Körper, Jugend und Millionäre
Meine Themen heute für Sie: Lesen Sie die Briefe, die Ihr Körper Ihnen schreibt? | Die Wahlplakat-Folter | In drei Wochen zehn Jahre jünger – wie geht das? | Heilsame Schönheit: Bäume tun uns gut | Das neue Normal: Irrsinn und Ideologie | Unsere verschwendete Freizeit | Viel Vergnügen beim Lesen!
Dieser Newsletter ist zu 100 Prozent frei von KI. Was Sie hier lesen, ist auf meinem Mist gewachsen. Und bekanntlich wachsen auf dem Mist die schönsten Rosen.
Eine Bitte: Wenn Sie jemanden kennen, den das, was ich hier erzähle, interessiert, leiten Sie ihm diesen Newsletter weiter. Dankeschön!
Wolfgang Halder, Odysseus Kinesiologie & Coaching
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Hören Sie auf Ihren besten Freund? |
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Bekommen Sie noch Briefe? Außer vom Finanzamt oder von Ihrer Krankenkasse? Ich sage ja, Sie bekommen Briefe. Ganz viele sogar. Doch Sie nehmen diese Briefe nicht wahr, ja Sie ignorieren sie nicht einmal. Wer schickt Ihnen diese Briefe? Ihr Körper!
Der Körper lügt nicht, das ist der Kerngedanke der Kinesiologie. Deshalb befragen Kinesiologen mit bestimmten Methoden den Körper, um seine Wahrheit und Weisheit zum höchsten Wohle eines Menschen zu nutzen.
Doch der Körper muß nicht unter den Händen eines Kinesiologen sein, um Ihnen wertvolle Hinweise zu geben. Das tut er ständig, von sich aus und freiwillig, Er kennt Sie besser als jeder andere. Seit ihrer Zeugung ist er mit Ihnen vertraut. Er ist immer für Sie da. Er weiß genau, was in der 9. und 17. Schwangerschaftswoche und im zweiten Lebensjahr schlecht gelaufen ist, so daß Sie den Rest Ihres Lebens damit in der einen oder anderen Weise befaßt sein werden.
Jede Nacht, in der Sie schlecht oder gar nicht schlafen, ist ein Brief Ihres Körpers an Sie. Jeder leise Schmerz, jedes leichte Ziehen oder Krampfen teilt Ihnen etwas mit! Doch Sie hören nicht darauf. Also muß der Schmerz stärker werden oder den Ort wechseln, muß das Ziehen heftiger werden, muß die Müdigkeit extrem werden. Doch selbst dann hören Sie meist nicht.
Jedes Unwohlsein ist der – oft verzweifelte – Versuch Ihres Körpers, Ihnen etwas mitzuteilen. Wie reagieren Sie? Entweder gar nicht oder mit Medikamenten aller Art, also mit Symptom-Kosmetik, die den ungehorsamen Körper wieder in die Spur bringen sollen, damit er wie ein Sklave weiterfunktioniert.
Und kurz später die nächste Medikamenten-Runde, mit der versucht wird, die „Nebenwirkungen“ der ersten Pillen und Tropfen zu mildern, die oft schlimmer sind als die positive „Hauptwirkung“. Danach die Tabletten und Spritzen, mit denen die „Nebenwirkungen“ der zweiten Runde erträglich gemacht werden sollen …
Bei all dem ist Ihr Sklave namens Körper nur der Ständer für Ihren Kopf, in dem die angeblich wichtigen Dinge stattfinden.
Also werfen Sie die Briefe dieses tumben Ständers ungelesen in den Müll. Sie haben ja Wichtigeres zu tun, als Ihren Körper wahrzunehmen. Es gibt noch so viele Netflix-Serien, die Sie nicht gesehen haben, so viele Apps, die Sie noch nicht probiert haben, so viele Urlaubsorte, an denen Sie noch nicht waren. Dieser dämliche Körper soll Ruhe geben, bis Sie all Ihre To-do-Listen abgearbeitet haben.
Und so wird womöglich aus der ignorierten Spannung von heute der Tumor in fünfzehn Jahren und aus der nicht beachteten Müdigkeit das kranke Herz in dreißig Jahren etc. etc. Weil Sie ja immer mit Wichtigerem als Ihrem Körper befaßt waren, der es ganz treuherzig nur gut mit Ihnen meint, dieser Depp.
Und jetzt, nachdem Sie diesen Text gelesen haben: Sagt Ihr Körper Ihnen gerade was? Hören Sie auf Ihren Körper? |
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Heute sind in Bayern Kommunalwahlen. Monatelang wurden wir mit unsäglichen Wahlplakaten gequält, darunter ein Münchner Noch-OB, dessen Plakatkonterfei so heftig retuschiert ist, daß er wie sein eigener KI-Avatar aussieht. Und die Sprüche zu den Politiker-Gesichtern sind für jeden „mündigen Bürger“, dessen IQ über 70 liegt, eine Beleidigung seiner Intelligenz.
Wie bei jeder Wahl fällt mir ein, was Sokrates vor zweieinhalbtausend Jahren gesagt hat: „Egal, wen man wählt, man wählt immer einen Politiker. Das ist das Problem.“
An der Ampel wartend hab’ ich immer mal wieder auf die Schnelle eine TCM-Gesichtsdiagnose eines Politiker-Plakat-Gesichtes gemacht und bin stets zusammengezuckt, was da zu sehen ist und viel schlimmer: was da fehlt in diesen Gesichtern.
Die Hauptbeschäftigung von Politikern ist es, das Geld anderer Menschen auszugeben und diesen obendrein bis in den letzten Winkel ihres Lebens vorzuschreiben, wie sie leben sollen. Diese Mentalität sieht man den Politikern an.
Wie bei jeder Wahl frage ich mich: Warum wird jemand Politiker? Was ist da in Kindheit und Jugend schiefgelaufen? Und wie immer bin ich froh, daß ich keine Antwort auf diese Frage habe, denn wir verstehen nur Handlungen, zu denen wir selbst in der Lage sind.
Politik ist für mich die Verhinderung jeder Art persönlichen Wachstums – für die Täter, also die Politiker, und für die, die deren Politik erleiden müssen: die Menschen.
PS: Wenn's gut geht, wird das letzte Wahlplakat zum Beginn der Sommerferien weggeräumt. In dieser Hinsicht sind die Parteien zuverlässig schludrig … |
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In drei Wochen zehn Jahre jünger |
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„So was Blödes!“, dachte ich, „es ist immer dasselbe mit diesen Studien zu Gesundheit und Lebensdauer: Ich hab’ nichts davon“. Wer aufhört zu rauchen, hat viele Gesundheits-Vorteile, erhöht seine Lebenserwartung und hat auf einmal viel Geld für andere Dinge frei. Ich guck in die Röhre, denn ab und an eine Zigarre, die man nicht inhaliert, zählt nicht als Rauchen. Also keine Chance für mich, gesünder und älter zu werden und Geld zu sparen.
Dasselbe Spielchen bei Übergewicht, Alkohol und Drogen: Nur wer frißt, säuft und kokst, kann damit aufhören, sich dadurch etwas Gutes tun und viel Geld sinnvoller verwenden.
Und jetzt diese neue Studie zur mobilen Internetnutzung. Sie untersuchte, was geschieht, wenn man beim Smartphone das Internet abschaltet. Die Teilnehmer konnten noch telefonieren, fotografieren, SMS verschicken und Handy-Spiele machen, mehr nicht. Also der Zustand wie vor 25 Jahren.
Das Ergebnis: Schon nach drei Wochen ohne mobiles Internet waren die Studien-Teilnehmer in bezug auf ihre Leistungsfähigkeit zehn Jahre jünger und ihr Wohlbefinden hatte sich mehr verbessert als durch Antidepressiva. Zehn Jahre! Wo bekomme ich diese zehn Jahre her?
Das hab’ ich nun davon, daß ich ein unverbesserlicher Hinter-Phonler bin! Ich bewege mich tatsächlich die meiste Zeit meines Lebens ohne Internet-Verbindung in der Wirklichkeit. Steig einfach so auf einen Berg oder sitze offline mit so einem Papierdings namens Buch auf einer Bank in der Sonne. Ich gehöre zu der aussterbenden Gattung der Zurückgebliebenen, die sogar beim Sex nicht aufs Smartphone schauen. Den Partner kennt man ja in- und auswendig, auf dem „digital device“ dagegen gibt’s ständig was Neues …
Ich beobachte das bei mir im Haus im Fahrstuhl. Eine junge Frau steigt ein. Sie blickt dabei auf das schwarze Brettchen in ihrer Hand, nicht auf die Leute in der Kabine (da könnte ein Psychopath mit gezücktem Messer auf sie warten, um sie in Streifen zu schneiden, wie in Brian de Palmas Film „Dressed to Kill“ von 1980, um nur eine Möglichkeit zu nennen ...).
Nachdem diese moderne Frau ihre Nachrichten „gecheckt“ hat, steckt sie ihr Brettchen in ihre Hosentasche. Für etwa 2,73 Sekunden, dann greift sie wieder danach, und „checkt“ erneut, ob Hollywood sich gemeldet hat. Auf der 24 Sekunden dauernden Fahrt schafft sie locker fünf Durchgänge aus „checken“, wegstecken, rausziehen und erneut „checken“. Bewundernswert, diese lebenspraktische Effizenz! Ich hab’ in der Zeit nur dumm in die Gegend geguckt …
Auch diese neue Studie hilft mir also nicht, gesünder und länger zu leben. Zum Glück bin ich noch so gelenkig, daß ich mir selbst in den Hintern beißen kann. Was ich in diesem Fall tue, denn es ist wieder mal nichts mit Bonus-Gesundheit und Bonus-Jahren durch eine Verhaltensänderung. Irgendwas mach’ ich falsch … |
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Heilsame Schönheit: Bäume |
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„Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein, daß man ihn sieht?“, sagte Dostojewski. So geht’s mir auch. Deshalb zeige ich Ihnen hier besonders beglückende Bäume, an denen ich vorübergegangen bin.
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Auch unter Bäumen gibt es „Silbernacken“, etwa diese betagte Birke. Ihr strahlendes jugendliches Weiß hat sie lange schon abgelegt. Nun strömt sie Ruhe und Gelassenheit aus. Der See, an dessen Ufer sie ihre rund hundert Jahre Leben verbringt, ist noch zu großen Teilen mit Eis bedeckt. Bei Uffing am Staffelsee |
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„Heute sind kollektivistisch denkende, freiheitsverachtende Personen in fast allen Führungspositionen etabliert, die inzwischen hocherfolgreich die Wirklichkeit bekämpfen. Und diejenigen mit Restverstand schweigen, weil sie Angst haben. Das Immunsystem unserer Gesellschaft, Irrsinn und Ideologie abzuwehren, ist zerstört. Am schlimmsten betrifft dieser autoritäre Wirklichkeitsverlust die akademische Welt.“ Der Heidelberger Arzt und Autor Gunter Frank |
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Lesefrucht: Gucken Sie gern Millionären beim Fußballspielen zu? |
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Was machen Sie am Wochenende? Schauen Sie Millionären beim Bewegen zu (Sport im Fernsehen)? Hören Sie Millionären beim Musizieren zu (CDs, Streaming, Videos)? Schauen Sie Millionären beim Schauspielern zu (Filme und Serien)?
Sie könnten ja selbst Fußball spielen oder sich ans Klavier setzen. Doch Sie tun’s nicht. Obwohl es in jeder Hinsicht gesünder, erfüllender und beglückender wäre. Und – wenn Sie Kinder haben – wären Sie Vorbild. Kinder lernen nicht durch das, was man ihnen sagt, sondern durch das, was man ihnen vorlebt. „Leg endlich dein Handy weg und mach was Vernünftiges“, sagt die Mutter zu ihrer Tochter, wenn sie kurz von ihrem Smartphone aufblickt ...
Der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi (1934-2021) versucht in seinem Buch „Flow. Das Geheimnis des Glücks“, die Frage zu beantworten, warum wir lieber Millionären zusehen, statt selbst aktiv zu werden.
Das durch Csíkszentmihályi bekannt geworden Phänomen des Flow hat Maria Montessori schon Jahrzehnte vor Csíkszentmihályi erkannt und beschrieben. Sie nannte es „Polarisation der Aufmerksamkeit“ („polarizzazione dell’attenzione“). Das ist nicht so griffig und nicht so englisch wie Flow, deshalb heimst der Mann aus Ungarn die Lorbeeren ein, die die Frau aus Italien verdient hätte …
Die „Polarisation der Aufmerksamkeit“ beschreibt den Zustand tiefster, selbstvergessener Konzentration eines Kindes auf eine selbstgewählte Tätigkeit, oft begleitet von völliger Isolation von der Außenwelt. Genau das ist Flow.
Kinder praktizieren Flow von Natur aus – bis sie in den Kindergarten und die Schule kommen. Dort wird ihnen diese Fähigkeit wegdressiert, so daß sie sie später als Erwachsene durch Bücher, Videos und Workshops wieder mühsam lernen müssen.
Den Flow-Zustand erreichen wir nur durch Selbsttun. Und mit „Selbsttun“ ist nicht das Antippen eines Bildschirms gemeint. In der digitalen Welt gibt es keinen Flow – nur Sucht.
Hier für Sie einige Erkenntnisse Csíkszentmihályis aus dem Kapitel „Die Verschwendung der Freizeit“:
„Allzuoft haben die Menschen keine Ahnung, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen. Ironischerweise ist die Arbeit leichter zu genießen als die Freizeit, weil sie, wie Flow-Aktivitäten, eingebaute Ziele, Rückmeldung, Regeln und Herausforderungen hat, die darauf hinwirken, daß man sich auf sie konzentriert und sich in ihnen verliert.
Freizeit hingegen ist unstrukturiert, und es kostet viel Mühe, sie zu etwas zu gestalten, das man genießen kann. Allgemein versäumen die Menschen in der Freizeit die Gelegenheit zum Genuß noch gründlicher als bei der Arbeit.
Die gewaltige Freizeitindustrie, die in den letzten Jahrzehnten entstanden ist, zielt darauf ab, die Mußestunden mit erfreulichen Erfahrungen füllen zu helfen. Dennoch verbringen die meisten Menschen, statt ihre körperlichen und geistigen Reserven zu nutzen, um Flow zu erleben, viele Stunden damit, berühmten Sportlern in riesigen Stadien zuzusehen. Statt Kunst zu produzieren, bestaunen wir fertige Gemälde. Wir verbringen Stunden damit, Schauspielern zuzusehen, die so tun, als erlebten sie Abenteuer.
Diese stellvertretende Teilnahme kann zumindest vorübergehend die Leere der verschwendeten Zeit füllen. Doch sie ist ein recht blasser Ersatz. Flow-Erfahrungen, die aufgrund des Einsatzes von Fähigkeiten eintreten, führen zu Wachstum, passive Unterhaltung führt nirgendwohin.
Massenfreizeit und Massenkultur sind Parasiten des Geistes. Sie absorbieren psychische Energie, ohne dafür echte Kraft zurückzugeben. Sie machen uns erschöpfter, entmutigter als vorher.
Die meisten Berufe und Freizeitaktivitäten sind nicht danach ausgelegt, uns glücklich und stark zu machen. Ihr Sinn besteht darin, für andere Geld zu scheffeln.“ |
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In meinem Newsletter-Archiv Gedanken und Spitzen finden Sie die besten Beiträge vergangener Ausgaben.
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